Samstag, 4. November 2017
3. Liga – Gruppe 1 (7. Liga)
Sportanlage Saulzas, Rhäzüns
SC Rhäzüns – US Schluein Ilanz (0:2)
70 Zuschauer



Per aspera ad astra – „durch das Raue zu den Sternen“, so steht es auf dem Wappen des SC Rhäzüns geschrieben. Und das heutige Heimspiel gegen US Schluein Ilanz sollte nach neunzig Minuten ein weiterer rau gegangener Weg in der noch jungen Vereinsgeschichte des SC Rhäzüns darstellen. Doch der Reihe nach... Zunächst galt es zweieinhalb Stunden in dem kleinen Ort zu überbrücken, was ganz gut gelang und man wieder um ein paar Kirchenfotos reicher geworden ist. Die Sportanlage Saulzas befindet sich unweit des Bahnhofs in der gleichnamigen Straße. Auf den ersten Blick bietet sich für das Auge nicht viel an, imposant aber die Tallage der Anlage mit dem Schloss Rhäzüns im Hintergrund. Zwei Seiten sind von steilen Hängen umgeben hinter der Schloss-zugewandten Seite schlängelt sich der Hinterrhein durch das Gebirge. Das Vereinsheim wirkt etwas Container-mäßig dahingestellt, auf jeden Fall aber schön anzusehen und nicht der sterile Einheitsbrei wie anderenorts. Wer nen Sitzplatz haben möchte sollte, wie meiner einer, früh anreisen, denn außer zwei längeren Sitzbänken gibt’s keine weiteren Möglichkeiten, es sei denn man macht es sich im Gras gemütlich, wovon es reichlich gibt. Bei den Temperaturen aber auch nicht wirklich gesundheitsfördernd... Während des Spiels wurden für die Zuschauer aber Sitzeinheiten aufgestellt, sodass doch jeder einen Platz bekam der denn einen wollte. Eintritt entfiel komischerweise, somit auch kein Programm oder ne Eintrittskarte. Mit Anpfiff knurrte seit geraumer Zeit bereits der ausgemerzte Magen, doch der Grill blieb leider, leider kalt. Ein Auswechselspieler(!) servierte dann einen auf der Karte beschriebenen Hot-Dog (4,50 Fr.), der aus zwei Brühwürstchen und einer Scheibe Brot bestand. Mit „Super Bock“ und „Sagres“ standen wunderlicherweise zwei portugiesische Biere auf der Getränkekarte die es für 3,50 Fr. (0,33L) gab und jeweils schnell geleert waren. Die erste Halbzeit verlief für den Gastgeber noch zufriedenstellend, da man gegen den ambitionierten Aufstiegskandidaten aus Schluein und Ilanz ein 0:0 mit in die Kabine nahm. Mit Anpfiff von Halbzeit zwei wurde man dann leicht nervös, was die torlose Statistik anging, wurde aber in Minute 55 vom Fußballgott erhört. Zwar trafen die Gäste, wohl aber auch zur verdienten Führung – darauf dann erstmal ein Bierchen! Die restliche Zeit wurde dann gefroren und etwas herumgeschlunzt. Mit Abpfiff ging es dann zügig zum Bahnhof und zum aufwärmen in den beheizten Warteraum, ehe mich die Rhätische Bahn wieder sicher in die Berge von Arosa brachte. Nen Ohrwurm gabs dann auch noch für den restlichen Abend dank einer mp3 auf dem Phone... „denn wenn et Trömmelche jeiht, dann stonn mer all parat, un mer trekken durch de Stadt, un jeder hätt jesaht: Kölle steigt ab, steigt ab, Kölle steigt ab!“ In diesem Sinne... angenehmer, unterhaltsamer und vor allem mit 33,50 Franken günstiger Nachmittag!



Rhäzüns + Kirche Sogn Gieri

Aus Rhäzüns grüßt der (bald) staatlich geprüfte Kirchenhopper, der vor dem Heimspiel des SC Rhäzüns mal wieder die Hügel erklimmen musste. Das 1400 Einwohner kleine Örtchen bringt es auf stolze, drei (!) Kirchen. Da die Uhr massig Zeit anbot latschte man zur Kirche Sogn Gieri die etwas abgelegen am Dorfrand liegt. Besondere Bedeutung bekommt Sogn Gieri als ein seltenes Beispiel einer vollständig ausgemalten mittelalterlichen Saalkirche nördlich der Alpen. Gemäß einer Legende soll der heilige Georg im 4. Jahrhundert auf der Flucht vor Widersachern mit einem gewaltigen Sprung zu Pferd den Rhein überquert haben. Als Dank für den himmlischen Beistand ließ der Ritter an dieser Stelle die Kirche erbauen - Geschichtsunterricht Ende. Auf Kirche 2 und 3, die sich innerhalb des Ortes befinden hatte man dann aber kein Bock mehr und verbrachte die Zeit bis zum Anpfiff lieber mit herumgammeln aufm Sportplatz. Tzztzz, zwei Kirchen liegen gelassen – so wird das aber nichts mit der staatlichen Anerkennung eines Kirchenhoppers!